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Sommerrückblick 2017 | Waldbrandgefahr sehr gering

Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn hat sich die Großwetterlage in Mitteleuropa umgestellt. Neben einer deutlichen Abkühlung gab es im ganzen Land teils ergiebige Niederschläge und Schnee bis unter 2000m Seehöhe. Der Kaltlufteinbruch beendete eine Serie von mehreren Hitzewellen, die seit Mai für deutlich überdurchschnittliche Temperaturen und den drittwärmsten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn gesorgt haben.
 
Niederschläge gab es in erster Linie im Zuge von Schauern und Gewittern. Flächendeckender Regen blieb - besonders im Nordosten - lange Zeit aus. Besonders der Juni war in Österreich ausgesprochen warm - der zweitwärmste seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen - und stellenweise sehr trocken. Damit kumulierten sich in diesem Monat 56 Waldbrände, die höchste Anzahl seit mehr als zwanzig Jahren. Die meisten Feuer gab es in Kärnten und Niederösterreich mit jeweils 13 Bränden. Abgesehen von den Waldbränden traten im Juni auch zahlreiche Flur- und Feldbrände auf, die teilweise Ausmaße von mehreren Hektar erreichten.

Im Juli folgten 36 Waldbrände, im August nur noch 14 - konvektiver Regen sorgte für feuchtere Bedingungen. Zusammengenommen brachte der Sommer 2017 eine Anzahl von 107 Waldbränden. Das ist ein überdurchschnittlicher, wenn auch nicht extremer Wert, etwa verglichen mit 2003 oder 2013. Bemerkenswert ist hingegen, dass die Hälfte aller Waldbrände (54) von Blitzschlägen ausgelöst wurde. Die meisten Blitzschlagfeuer umfassten zwar nur einige Quadratmeter, allerdings lagen die Glimmbrände oft im unwegsamen Gelände und waren schwer zu löschen.

Von Juni bis August gab es die meisten Waldbrände in Kärnten (26), Niederösterreich (25) und der Steiermark (21). Überdurchschnittlich viele Brände (14) konnten auch in Oberösterreich festgestellt werden. Die beiden flächengrößten Waldbrände des Sommers ereigneten sich bei Gutenstein, Niederösterreich, am 24. Juni sowie in Haschendorf/Großmittel, ebenfalls Niederösterreich, am 08. August. Jeweils wurden etwa 2,5 Hektar Wald geschädigt. Trotz der teils massiven Trockenheit und ausgedehnten Hitzewellen traten vorwiegend Glimm- und Bodenfeuer, aber keine Vollbrände auf.
 
Die aktuelle kühle und unbeständige Wetterlage dürfte auch mittelfristig Bestand haben. Die Waldbrandgefahr ist damit überall sehr gering. Selbst einige Spätsommertage ändern daran kaum etwas, da die Nächte immer länger und zunehmend kühl und feucht werden. Sofern sich bis zum Spätherbst - siehe 2011 oder 2015 - keine stabile, höhenwarme Wetterlage einstellt, ist dieses Jahr mit keinem relevanten Waldbrandgeschehen mehr zu rechnen.