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Messungen zur Bodenfeuchtigkeit

Der entscheidende Parameter, ob ein Waldbrand entstehen kann, ist die Feuchtigkeit des Bodens - oder eigentlich der Streuauflage, also der abgestorbenen Pflanzenteile auf der Oberfläche wie Blätter, Nadeln, Astreste u. ä.

Um die Trockenheit dieser Materalien zu bestimmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die genaueste, aber auch aufwendigste Methode, ist das Sammeln, Trocknen und Wiegen der Pflanzenteile. Bereits 2013 wurden am Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur in Wien erste Messungen mit standardisierten sogenannten Fuel Sticks (dt. „Feuchtestäbe“) durchgeführt (der publizierte Artikel dazu kann HIER als PDF heruntergeladen werden).

Derzeit verwenden viele Systeme zur Abschätzung der Waldbrandgefahr meteorologische Daten, um die Bodenfeuchtigkeit - indirekt - zu bestimmen. (Eine Übersicht zur Problematik der Vorhersage der Waldbrandgefahr kann HIER nachgelesen werden.) Um einen Abgleich der interpolierten Streufeuchtigkeit mit den realen Bedingungen zu ermöglichen sowie zur Etablierung eines langfristigen Monitorings, wurde im BOKU-Versuchsgarten Knödelhütte in Wien eine automatische Wetterstation installiert.

Seit April 2018 sind drei erste Fuel Sticks angeschlossen, welche laufend die Streufeuchtigkeit über den elektrischen Widerstand in den Holzstäben messen. Einer der Stäbe (Fotos 1 & 2) befindet sich in einem Fichten-Tannenbestand, um die Bedingungen im Inneren einer geschlossenen Nadelwaldfläche zu simulieren. Der zweite Fuel Stick wurde neben der Station in einem offenen Waldkiefern-Altholz mit Unterwuchs installiert (Foto unten links). Der letzte Feuchtestab ist auf einer offenen Wiesenfläche angebracht - um die Situation am Waldrand oder auf einer Schlagfläche zu beschreiben, da hier besonders häufig Waldbrände entstehen.

 
 

Eine Auswertung der ersten zwei Monate zeigt eine gute Korrelation zu den Ergebnissen aus 2013: Im dichten Bestand ist die Feuchtigkeit größer, gleichzeitig reagiert die Streufeuchtigkeit nicht so stark auf Niederschläge. Auf der Freifläche gibt es hinsichtlich des Feuchtegehalts die stärksten Schwankungen - außerdem kommt es bei entsprechender Wärme sowie Sonneneinstrahlung zu einer besonders raschen Austrocknung.

Ein Ziel der laufenden Messungen ist die Optimierung der Abschätzung der Streufeuchte und damit eine Verbesserung der Vorhersage der Waldbrandgefahr. Mittelfristig könnten auch in anderen Bundesländern Fuel Sticks installiert werden, um die Bedingungen in möglichst vielen Waldökosystemen beschreiben zu können.