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Waldbrand-Rückblick 2013

Angesichts der aktuellen Witterung und der Prognosen für die kommenden Tage ist in den nächsten Wochen mit keiner Waldbrandaktivität in Österreich zu rechnen. Zudem werden von Oktober bis Januar statistisch gesehen die wenigsten Feuer gezählt. Eine vorläufige Rückschau wurde für das gesamte Brandjahr 2013 zusammengestellt. Die wichtigsten Eckdaten:

  • 176 Waldbrände österreichweit: weniger als 2012 und 2011 aber mehr als 2010 und 2009
  • Hotspot war dieses Jahr die Steiermark mit 45 Waldbränden, gefolgt von Kärnten, Tirol und Niederösterreich mit jeweils knapp über 30 Feuern
  • stark unterdurchschnittliche Frühjahrsbrandsaison: nur zehn Waldbrände von März bis Mai, so wenig wie seit 1999 nicht mehr
  • Rekordsommer: von Mitte Juli bis Mitte August traten mehr als 100 Waldbrände auf, die über 100 Hektar Vegetation betrafen; dreizehn Feuer erfassten mehr als einen Hektar – allesamt Rekordwerte, die in diesem Zeitraum noch nie auftraten
  • zwei Großbrände: am 01. August brannte der Föhrenwald bei Neunkirchen (20ha), eine Woche später wurden bei Wiener Neustadt 54 Hektar Kiefern- und Laubwald vernichtet
  • der Waldbrand bei Wiener Neustadt stellt das flächengrößte Ereignis seit 2002 (74ha am Stagor, Kärnten) dar

Eine grafische Übersicht der Waldbrandstatistik, entnommen den aktuellen Daten auf fire.boku.ac.at, inklusive Jahresvergleich des Waldbrandgeschehens seit 1993.

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Abbildung 1: Anzahl der Waldbrände 2013 nach Monaten
Grafik © Institut für Waldbau | fire.boku.ac.at

 
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Abbildung 2: Anzahl der Waldbrände 2013 nach Bundesländern
Grafik © Institut für Waldbau | fire.boku.ac.at

 
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Abbildung 3: Anzahl der Waldbrände 1993 bis 2013
Grafik © Institut für Waldbau | fire.boku.ac.at

 
Die Daten und Grafiken zeigen eindrücklich, dass eine schwache Frühjahrsbrandsaison nicht zwangsläufig weniger Sommerbrände bedeuten muss – oder umgekehrt. Gerade in der warmen Jahreszeit können Hitze und Trockenheit zu einer dramatischen Zunahme an Brandereignissen führen. Betrachtet man aktuelle Prognosen regionaler Klimamodelle, ist damit zu rechnen, dass in Zukunft Sommerbrände häufiger und intensiver werden. Brandereignisse wie 2013 wären dann keine Ausnahme mehr.