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Hitzewelle: Waldbrandgefahr steigt

Die derzeitige Hitzewelle in Österreich bringt in manchen Regionen bereits den fünften Tag in Folge Temperaturen über 30°C - und noch ist kein Ende in Sicht. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf die aktuelle Waldbrandgefahr: Sie steigt rascher als erwartet.

Entgegen der Wettermodellrechnungen vor einigen Tagen endet die Hitzewelle nicht am Donnerstag, sondern dauert vermutlich bis inklusive dem kommenden Wochenende an. Zudem sind die gewittrigen Niederschläge der vergangenen Tage gering ausgefallen. Am höchsten ist die Brandgefahr derzeit in Vorarlberg, in Nordtirol, in Salzburg sowie im oberösterreichischen Zentralraum. Hier herrscht die dritte Stufe der fünfteiligen Skala zur Abschätzung der Feuergefahr, eine erhebliche Waldbrandgefahr. Dies bedeutet, dass vermehrt Kleinbrände auftreten können und auch ein großflächigeres Ereignis nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Intensive Brände, respektive Kronenfeuer, sind aber noch unwahrscheinlich.

Erste Kleinbrände, viele davon ausgelöst durch Blitzschläge, gab es in den vergangenen Tagen bei Saalfelden und St. Gilgen in Salzburg, in der Gemeinde Feistritz im Rosental, Kärnten, sowie nahe Götzis in Vorarlberg.

Eine mäßige Waldbrandgefahr gibt es mancherorts in Osttirol, Kärnten, der westlichen Steiermark und dem Waldviertel. Ungewöhnlich für den Hochsommer: Die geringste Waldbrandgefahr herrscht derzeit von Graz - Sankt Pölten ostwärts. Insbesondere im Wiener Raum ist es seit Wochen überdurchschnittlich feucht. Allerdings sind auch im Osten Waldbrände nicht ausgeschlossen, etwa in den rasch trocken fallenden Kiefernwäldern im südlichen Niederösterreich.

Zu erwähnen ist auch die Flurbrandgefahr. Diese reagiert rascher auf Hitzewellen als die Waldbrandgefahr, da das entsprechende Brennmaterial (z. B. Gräser, Stauden, Getreide, Schilf) innerhalb kurzer Zeit austrocknet. Besonders in Oberösterreich kann von einer hohen Flurbrandgefahr ausgegangen werden, aber auch in den inneralpinen Trockentälern des Westens besteht ein erhöhtes Risiko für Wiesen- und Böschungsbrände.
 
Schon morgen wird die Luftschichtung labiler, damit sind vermehrt Gewitter zu erwarten. Wie ergiebig die Niederschläge ausfallen, bleibt abzuwarten. Allerdings dürfte es keinen flächendeckenden Regen geben und die Waldbrandgefahr regional auf einem erheblichen Niveau verbleiben. Wie es nach dem kommenden Wochenende weitergeht, ist noch ungewiss. Eine hohe Waldbrandgefahr und damit ein steigendes Risiko für intensive Großbrände wäre aber möglich - besonders, wenn ein Faktor ins Spiel kommt, der derzeit noch nicht relevant ist: kräftiger Wind.