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Hitzewelle: Waldbrandgefahr steigt

Pünktlich zum meteorologischen Sommerbeginn Anfang Juni hat sich die Großwetterlage umgestellt. In Österreich gibt es seit mehr als einer Woche überdurchschnittlich hohe Temperaturen und dazu viel Sonnenschein. In den kommenden Tagen verstärkt sich die Südströmung - die erste Hitzewelle des Jahres steht an.

Bereits vor zwei Tagen entfachte ein markanter Waldbrand im südlichen Kärnten. In der Gemeinde Zell-Freibach geriet eine Kahlschlagfläche auf einem südseitigen Steilhang in Brand. Durch den kräftigen Wind breiteten sich die Flammen bis in den Fichten-Hochwald aus. Bis zu 150 Feuerwehrleute von 18 Feuerwehren und vier Helikopter bekämpften den Brand, der mit Stand heute, 15:00 Uhr noch immer nicht endgültig gelöscht werden konnte. In Summe wurden rund vier Hektar Waldboden von dem Feuer geschädigt.

> Bericht zum Waldbrand bei Zell-Freibach auf der Seite des BfKdo Klagenfurt Land
 
Derzeit herrscht in Teilen Kärntens, Tirols und der Steiermark eine mäßige Waldbrandgefahr. Durch den teils kräftigen Südföhn in den kommenden Tagen, kann die Waldbrandgefahr regional ein hohes Niveau erreichen. Speziell gefährdet sind südseitige, föhnbegünstigte Hänge mit offenem Nadelwaldbestand.

Anders als bei Frühjahrsbränden, braucht es im Sommer ein bis zwei Wochen Trockenheit und Hitze für eine hohe Waldbrandgefahr. Im Frühjahr kann abgestorbenes Gras und Laub auf Südhängen schon nach zwei, drei warmen und sonnigen Tagen Feuer fangen. Im Sommer sorgen Hitze und Wassermangel dafür, dass die lebende Vegetation unter Trockenstress gerät. Gemeinsam mit Föhnwinden steigt dadurch die Gefahr von Kronenfeuern. Ebenso treten nun vermehrt Brände durch Blitzschlag auf. Obwohl 85% aller Waldbrände in Österreich direkt oder indirekt durch den Menschen ausgelöst werden, sind in den Sommermonaten Blitzschläge für bis zu 40% der Waldbrände verantwortlich.

Die aktuelle Hitzewelle dauert bis voraussichtlich Ende kommender Woche an, bevor es unbeständiger und kühler werden dürfte. Eine längere Trockenperiode - und damit die Gefahr einer sehr hohen Waldbrandgefahr - ist aus heutiger Sicht unwahrscheinlich.