Geringe Waldbrandgefahr

In den vergangenen Tagen hat es in ganz Österreich ergiebige Niederschläge gegeben, womit die Waldbrandgefahr überall sehr gering ist. Zumindest in den kommenden ein, zwei Wochen bleibt es unterdurchschnittlich warm und wechselhaft. Eine nennenswerte Waldbrandgefahr ist nicht vor der ersten Hitzewelle des Jahres zu erwarten - die selten vor Mitte Juni auftritt.

Damit dürfte die Frühjahrsbrandsaison (wie bereits 2018) im Vergleich zum langjährigen Schnitt unterdurchschnittlich ausfallen. Ein detaillierter Rückblick auf das Frühjahr 2019 erfolgt Anfang Juni.

Waldbrandgefahr geht zurück

Nach zahlreichen Klein- und einigen Mittelbränden in den vergangenen Tagen in Österreich, sind nun im ganzen Land Niederschläge zu erwarten. Diesmal wird es auch im Norden ergiebig regnen, wodurch die Waldbrandgefahr hier deutlich zurückgeht. Mittelfristig bleibt es mäßig warm und wechselhaft, weitere Niederschläge sind wahrscheinlich. Damit ist zumindest in den kommenden zwei, drei Wochen mit keiner relevanten Waldbrandgefahr zu rechnen.

Hohe Waldbrandgefahr im Norden

In den letzten Tagen wurden in Österreich zahlreiche kleinflächige Waldbrände verzeichnet. Allein am Karsamstag gab es mindestens sieben Brände, bei denen Wald (mit) betroffen war. Viele davon wurden durch Osterfeuer ausgelöst. Eine Liste der letzten dokumentierten Brände kann HIER aufgerufen werden. Neben der kurzen Zeit bis zum Eingreifen durch die heimischen Feuerwehren dürfte der eher schwache Wind größere Brände verhindert haben.

Im Lauf des heutigen Tages stellt sich eine Südföhnlage ein, die in einigen Regionen bis inklusive Freitag anhalten wird. Der morgige Dienstag wird unbeständiger, relevanter Regen ist aber nur südlich des Alpenhauptkammes sowie eventuell im östlichen Flachland zu erwarten. Mitte der Woche ist auch stürmischer Wind möglich - und zwar besonders in jenen Gebieten, die bereits unter der Trockenheit leiden und morgen keine Niederschläge erhalten werden. Dies verschärft die Waldbrandgefahr, da nun auch das Ausbreitungspotenzial von Bränden hoch ist.

Eine hohe Waldbrandgefahr, und damit das Risiko von großflächigen Vollbränden, besteht in erster Linie im Norden, vom Salzburger Flach- und Tennengau über praktisch ganz Oberösterreich bis ins westliche Niederösterreich inklusive Waldviertel. Aber auch in den typischen Föhngebieten in Vorarlberg und Tirol sowie in der Obersteiermark kann der Wind an südseitigen Hängen für gefährliche Bedingungen sorgen. Am unwahrscheinlichsten sind Großbrände im Süden, Südosten - sowie durch den Vegetationsaustrieb generell im Flachland, siehe HIER.

Am kommenden Wochenende sollte es auch im dürregeplagten Norden ergiebige Niederschläge geben, womit die Waldbrandgefahr auf ein geringes Niveau absinken dürfte.

Mäßige Brandgefahr zu Ostern

Der Kaltlufteinbruch der letzten Tage hat nur im Süden und Südosten Österreichs ergiebige Niederschläge gebracht. Besonders im Norden, vom Salzburger Flachgau über Oberösterreich bis ins Wald- und Weinviertel, ist es ungewöhnlich trocken.

Die letzten ergiebigen Niederschläge in diesen Gebieten sind mehr als ein Monat her. In den nächsten Tagen, inklusive dem Osterwochenende, werden in Österreich unter Hochdruckeinfluss überdurchschnittlich hohe Temperaturen, viel Sonne und kein Regen erwartet. Gleichzeitig spielt der Wind kaum eine Rolle, die Ausbreitungsgefahr potenzieller Brände ist damit gering.

Dies bedeutet, dass im Norden verbreitet eine leicht erhöhte bis mäßige Waldbrandgefahr auftreten wird. Beim Abbrennen von Osterfeuern sollte mit Bedacht vorgegangen werden. Die mäßige Brandgefahr betrifft allerdings vornehmlich mittlere Lagen. Im Flachland schreitet der Vegetationsaustrieb rasch voran. Abseits von Nadelwäldern ist die Brandgefahr auch bei Trockenheit gering. HIER kann nachgelesen werden, warum das so ist.

Auch in anderen Teilen Österreichs kann die Waldbrandgefahr etwas ansteigen, Kleinbrände sind in mittleren Lagen fast überall möglich. Am geringsten ist die Waldbrandgefahr im Süden und im Südosten.

Nach Ostern könnten eine potenzielle Föhnlage und frühsommerliche Temperaturen die Brandgefahr an der Alpennordseite verschärfen. Diese Entwicklung ist aber noch unsicher.

Brandgefahr bleibt regional erhöht

Die Niederschläge der letzten Tage sind nicht so ergiebig ausgefallen, wie zunächst angenommen. Besonders im Norden hat es kaum geregnet. So gab es am vergangenen Wochenende auch einige Waldbrände. Das flächengrößte Feuer ereignete sich am Samstag, 06.04, nahe Türnitz in Niederösterreich. Ausgelöst durch das Verbrennen von Schadholz gerieten eine Schlagfläche und der angrenzende Kiefern-Fichten-Hochwald in Brand. Das Lauffeuer breitete sich auf eine Fläche von mehr als einem halben Hektar aus, konnte aber rasch gelöscht werden.

> Bericht zum Waldbrand bei Türnitz auf der Seite des BfKdo Lilienfeld
 
Eine leicht erhöhte oder vereinzelt auch mäßige Waldbrandgefahr gibt es momentan in den schneefreien Bereichen der Nordalpen und im Waldviertel. Gering ist die Waldbrandgefahr dagegen im Süden und Westen. Auch in den flachen Gebieten des Südostens, Nordens und Ostens geht die Waldbrandgefahr zurück - hier liegt es allerdings weniger an den Niederschlägen, als am Vegetationsaustrieb, der (abseits von Nadel-Reinbeständen) die Brandgefahr durch frisches Grün dämpft. Näheres zur Krux mit den Frühjahrsbränden kann HIER nachgelesen werden.

Mitte der Woche stellt sich eine straffe Nordströmung ein, bis zum Wochenende sinken die Temperaturen teils auf spätwinterliche Werte. Inwieweit die Wetterlage auch mit (ergiebigen) Niederschlägen verbunden ist, kann noch nicht abgeschätzt werden.

Föhn verschärft Waldbrandgefahr

In den kommenden Tagen stellt sich in der Osthälfte Österreichs eine Südföhnlage ein. In den besonders trockenen Gebieten ist durch die erhöhte Ausbreitungsgefahr vereinzelt eine hohe Waldbrandgefahr möglich. Die am meisten gefährdeten Gebiete umfassen das östliche Oberkärnten, die Region um Zeltweg, die Oststeiermark, das Süd- und Mittelburgenland sowie das südliche Niederösterreich. Bei starkem Wind kann hier eine rasche Brandausbreitung sowie vereinzeltes Kronenfeuer nicht ausgeschlossen werden.

Im übrigen Österreich bleibt die Waldbrandgefahr überwiegend gering und nur vereinzelt mäßig (etwa in schneefreien Föhntälern der Alpennordseite). Ab Freitag sollte es auch im Osten und Südosten abkühlen und ergiebige Niederschläge geben. Die Waldbrandgefahr sinkt damit überall auf ein geringes Niveau. Mittelfristig bleibt es unbeständig, relevante Waldbrände sind dann nicht mehr zu erwarten.

Es bleibt unbeständig

In den vergangenen Tagen hat es in Österreich verbreitet Niederschläge gegeben. Besonders im Westen und Norden des Landes ist es seit Wochen überwiegend feucht. Hier besteht eine sehr geringe Waldbrandgefahr. Leicht erhöht ist die Brandgefahr im Osten, Süden und Südosten, regional kann sich hier in den kommenden Tagen auch eine mäßige Waldbrandgefahr einstellen. Großbrände sollten nicht auftreten.

In Summe bleibt die Waldbrandgefahr mangels beständiger Hochdrucklage unerheblich. Daran dürfte sich auch mittelfristig nichts ändern. Ein hohes Waldbrandrisiko ist bis weit in den April nicht zu erwarten.

Niederschläge bringen Entspannung

Die gestrigen und heutigen Niederschläge haben nun auch im Süden und Südosten Österreichs zu einer Verringerung der Brandgefahr geführt. Besonders in Kärnten hat es intensiv geregnet und geschneit, auch in der Südsteiermark sind die Niederschläge ergiebig ausgefallen. Damit ist die Wald- und Flurbrandgefahr nahezu überall gering oder sehr gering.

In den kommenden Tagen geht es trocken und vielerorts sonnig weiter. Dazu steigen die Temperaturen bald wieder auf frühlingshafte Werte. Bis zum Wochenende ist damit stellenweise eine mäßige Waldbrandgefahr möglich - etwa im windigen Nordosten oder in den weiterhin trockenen Gebieten im Südosten. Intensive Waldbrände sind allerdings nicht zu erwarten, auch wenn einzelne Brände bei Wind größere Ausmaße annehmen können.

Brandgefahr überwiegend gering

Durch die derzeitige unbeständige Witterung in Verbindung mit teils ergiebigen Niederschlägen ist die Wald- und Flurbrandgefahr in vielen Teilen Österreichs gering. Als sehr gering kann sie in den besonders feuchten Gebieten eingestuft werden, das sind der Westen, inneralpin sowie der Norden des Landes.

Etwas anders sieht es im Südosten Österreichs aus. Hier herrscht seit Monaten erhebliche Trockenheit. Besonders in Verbindung mit Wind ist vereinzelt eine mäßige Brandgefahr zu erwarten, großflächige Flurbrände sind weiterhin möglich. Waldbrände sollten jedoch nur vereinzelt auftreten und von geringer Brandintensität sein. Der „Hotspot“ liegt dabei in der Südoststeiermark und im Südburgenland. Im restlichen Burgenland, in der Oststeiermark sowie im Osten Kärntens ist die Brandgefahr leicht erhöht bzw. gering.

In den kommenden Tagen bleibt die unbeständige und kühle Nordwestlage bestehen. Vielerorts sind weitere Niederschläge zu erwarten, die Brandgefahr bleibt gering. Ob auch im Südosten relevanter Regen auftreten wird, ist noch ungewiss.

Die Krux mit den Frühjahrsbränden

Im Frühjahr ereignen sich trotz ergiebiger Niederschläge und einer damit geringen Waldbrandgefahr mitunter ausgedehnte Vegetationsbrände. Wenige Wochen später ist die gegenteilige Situation zu beobachten: Selbst bei großer Trockenheit werden kaum noch Waldbrände verzeichnet. Aber warum ist das so?
 
Wir schreiben Ende Februar 2019: In Gebieten, die noch vor Kurzem schneebedeckt waren und in denen die Niederschlagsbilanz der letzten Wochen deutlich positiv ausgefallen ist, ereignen sich zwei großflächige Waldbrände; und das, obgleich die Waldbrandgefahr als gering eingestuft wird.

Diese beiden Fälle sind keine Ausnahme. Fast jedes Jahr entstehen im (zeitigen) Frühjahr Wald- und Flurbrände, mit denen aufgrund der Niederschlags- oder Schneesituation kaum jemand rechnet. Charakteristisch dabei ist, dass die Feuer auf südseitigen Hängen ausbrechen. Dazu ist es meist überdurchschnittlich warm, sonnig und ausgesprochen windig. Warum es zu solchen Bränden kommt, dafür gibt es mehrere Gründe.
 

  • Im Frühjahr spielt der menschliche Faktor eine entscheidende Rolle. Oft wird nicht angenommen, dass es bereits trocken genug für eine Brandausbreitung ist. Unachtsamkeit (etwa das Abbrennen von Raumhaufen oder das Ausbringen heißer Asche) führt häufig zu unkontrollierten Feuern. Nicht selten bricht das Feuer dabei in Siedlungsnähe aus und breitet sich anschließend auf angrenzende Flur- und Waldflächen aus.
  •  

  • Brennmaterial auf offenen Flächen trocknet rascher aus, als im Waldinnenraum. Wenn es sich um feines, abgestorbenes Material wie totes Gras aus dem Vorjahr handelt, kann es - überdurchschnittliche Wärme, kräftigen Wind und Sonnenschein vorausgesetzt - bereits ein bis zwei Tage nach ergiebigen Niederschlägen bzw. nach dem Abschmelzen der Schneedecke trocken genug für eine Entzündung sein. Passend dazu brechen die meisten Feuer im Februar und März auf Wiesenflächen aus.
  •  

  • Waldbrände im zeitigen Frühjahr haben demnach, ebenso wie Winterbrände, oft den Charakter von Flurbränden - was bedeutet, dass in erster Linie die trockene Gras- oder Streuschicht des Vorjahres brennt. Solche Brände können sich zwar, etwa bei Föhnwind, rasch ausbreiten, sind aber nur mit geringen Schäden für den Waldbestand verbunden, wie es auch bei den oben genannten Feuern der Fall war. Dies ist einer der Gründe, weshalb keine hohe Waldbrandgefahr gilt, bei der das Potenzial für bestandesvernichtende Vollbrände bzw. Kronenfeuer besteht. Die derzeit in Österreich verwendeten Gefahrenmodellierungen können das Risiko für Flur- und Frühjahrsbrände nur ungenügend abbilden.
  •  

  • Daneben muss die räumliche Auflösung von Waldbrand-Gefahrenmodellen berücksichtigt werden. Eine Berechnung auf 1 x 1km gilt als Stand der Technik, wie es derzeit auch an der ZAMG modelliert wird, dennoch können die Effekte von Schatt- und Sonnenhängen im Gebirgsraum nicht abgebildet werden. Besonders deutlich zeigt sich dies eben im Frühjahr: Während die Nordhänge im Schnee versinken, kann der gegenüberliegende Sonnenhang bereits schneefrei sein - und damit potenziell Feuer fangen. Eine Gefahrenabschätzung für Wald- und Flurbrände im Winter und Frühjahr ist somit schwierig und benötigt eine verbesserte und detailliertere Risikomodellierung, etwa auf Basis eines Grasland-Feuerindex.

 
So weit, so gut. Doch damit sind noch nicht alle Probleme mit den Frühjahrsbränden beschrieben. Im Lauf des Aprils kommt es zu einer markanten Änderung des beschriebenen Verhaltens.

Jetzt dreht sich das Phänomen nämlich um: Selbst wenn es meteorologisch gesehen sehr trocken ist, sinkt die tatsächliche Waldbrandgefahr zunächst im Flachland, später auch in mittleren Lagen auf ein geringes Niveau. Der Grund liegt im Vegetationsaustrieb: Zwischen Anfang und Ende April beginnen Gräser und Sträucher in tiefen Lagen auszutreiben. Das junge, frische Grün enthält jedoch viel Wasser und fängt nur schwer Feuer. Daher sinkt die Waldbrandgefahr - mit Ausnahme bodenvegetationsarmer Nadel-Reinbestände - auch bei Fortbestand der Trockenheit. Im Mai kann dieses Phänomen dann auch in höheren Lagen beobachtet werden.

Erst mit der ersten Hitzewelle (die meist nicht vor Mitte Juni auftritt) wird die Vegetation auf Wiesen, in Strauch- und Laubwaldflächen wieder trocken genug für markante Waldbrandereignisse.
 
Mehr zur Krux mit der Waldbrandgefahr kann HIER nachgelesen werden.

Ältere Beiträge «