Frühling startet durch | Noch geringe Brandgefahr

Aktuelle etabliert sich eine milde, stürmische Westströmung über Mitteleuropa, die - abgesehen auf einen kurzen Einbruch kälterer Luft Ende der Woche - bis zumindest dem Monatswechsel Bestand haben dürfte. Unterhalb von etwa 1000m Seehöhe werden die noch vorhandenen Schneereserven sukkzessive abgebaut. Da die Westlage aber vom Alpenhauptkamm nordwärts mit teils ergiebigen Niederschlägen verbunden ist, besteht auf absehbare Zeit keine Waldbrandgefahr. Im Süden ist es zwar vorläufig trockener, ein relevantes Feuerrisiko ist hier aber auch nicht zu erwarten. Frühestens in der ersten Märzdekade kann mit einem Anstieg der Waldbrandgefahr gerechnet werden.

Überall geringe Waldbrandgefahr

Die aktuellen Niederschläge im Süden und Südosten Österreichs sorgen dafür, dass die Waldbrandgefahr im ganzen Land nur noch sehr gering ist. Mittelfristig stellt sich hochwinterliches Wetter mit frostigen Temperaturen und wiederholten Niederschlägen ein, die diesmal auch die Alpensüdseite mit Feuchtigkeit versorgen dürften.

Aufgrund dieser Entwicklung und den Erfahrungen aus den letzten Jahren ist zumindest bis Anfang März mit keiner relevanten Waldbrandgefahr zu rechnen. Erst mit erhöhtem Sonnenstand und der Etablierung einer frühlingshaften Hochdrucklage, so wie etwa 2012 oder 2014 geschehen, kann die Waldbrandgefahr in Österreich wieder ansteigen.

Jahresrückblick 2016 | Waldbrandinterviews AFFRI 2

Das Waldbrandjahr 2016 ist im Vergleich zu den letzten Jahren eher unspektakulär verlaufen. Durch die besonders im Sommerhalbjahr fehlenden Trockenperioden und Hitzewellen fiel der Sommer brandschwach aus (20 Waldbrände von Juni bis August). Aber auch in den gewöhnlich brandstärksten Monaten März und April gab es eine unterdurchschnittliche Anzahl an Feuern in Waldgebieten (57). Dafür traten durch die Trockenheit Ende des Jahres ungewöhnlich viele Waldbrände im Dezember und zu Silvester auf (14). In Summe wurden vergangenes Jahr 142 Waldbrände registriert, das ist rund die Hälfte verglichen zum Rekordjahr 2015.

Die meisten Waldbrände wurden diesmal in der Steiermark verzeichnet (37). Niederösterreich und Tirol kamen auf je 27 Feuer, in Kärnten waren es 22. Am wenigsten Waldbrände gab es in Vorarlberg (2) und Wien (1). Das flächengrößte Brandereignis trat bereits am 22. Februar im Bezirk Neunkirchen, Niederösterreich, auf. Rund zwei Hektar Waldboden gingen hier in Flammen auf. Einige Brände mit rund einem Hektar wurden ebenfalls registriert. Der letzte Großbrand (knapp 1,5 Hektar) ereignete sich am Silvestertag in Finkenberg, Tirol. Daneben war die überwiegende Zahl der Feuer im abgelaufenen Jahr Klein- und Kleinstbrände, die kaum Schäden angerichtet haben.
 
Im Rahmen der vor einigen Monaten gestarteten Bund-Länder-Kooperation AFFRI 2 (Austrian Forest Fire Research Initiative II - Österreichische Waldbrandinitiative II) wurden Ende des Jahres Interviews auf Bezirksebene mit Vertretern der Forstbehörde und Feuerwehren durchgeführt. Dabei ging es unter anderem um eine erste Erhebung zum Stand der Waldbranddokumentation und der Ausgabe von Waldbrandwarnungen/-verordnungen in den einzelnen Bezirken/Bundesländern. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in das geplante Waldbrandgefahrenmodell für Österreich einfließen und die Waldbranddokumentation in Österreich verbessern.

Waldbrand Finkenberg | Nur teilweise sinkende Brandgefahr

Wie befürchtet ist es am Silvestertag zu einigen Waldbränden gekommen. Die meisten der Feuer wurden durch Knallkörper oder Silvesterraketen ausgelöst. Der größte und gleichzeitig massivste Waldbrand trat am späten Samstagvormittag in Finkenberg, Tirol, auf. Ein aus dem Skilift geworfener Böller entzündete den trockenen Waldboden. Das Feuer breitete sich rasch auf über einen Hektar aus, wobei es sich im Fichtenbestand teilweise um ein Kronenfeuer handelte. Rund 100 Feuerwehrleute und drei Helikopter konnten den Waldbrand bis zum späten Nachmittag löschen.

> Bericht zum Waldbrand in Finkenberg, Tirol, auf tirol.orf.at

Inzwischen neigt sich die Trockenheit in Westösterreich ihrem Ende zu. Bereits heute Nacht sind erste Niederschläge zu erwarten, auch in den kommenden Tagen dürfte es wiederholt und ergiebig schneien. Im Großteil von Österreich besteht damit keine Waldbrandgefahr mehr.

Die Ausnahme stellt weiterhin der Süden dar: Von Osttirol über weite Teile Kärntens bis in die Südweststeiermark ist es seit mehr als fünf Wochen trocken. Durch die kommende, stürmische Nordwestströmung sind kaum Niederschläge zu erwarten, stattdessen steigt durch den Nordföhn die Brandgefahr noch einmal an. EFFIS, das europäische Waldbrandgefahrenmodell, simuliert ab Mittwoch ganz im Süden eine mäßige Waldbrandgefahr - das ist für Anfang Januar sehr außergewöhnlich, da die meisten Waldbrandindizes potenziell gefährliche Lagen in der kalten Jahreszeit nicht darstellen können. Weitere, auch großflächigere Waldbrände sind in Südösterreich möglich.

Erhebliche Waldbrandgefahr zu Silvester

In den vergangenen 24 Stunden sind im Nordstau der Alpen östlich von Salzburg teils markante Neuschneemengen gefallen. Auch in den südöstlichen Landesteilen gab es diesmal etwas Niederschlag. Damit ist die aktuelle Waldbrandgefahr in weiten Teilen Salzburgs, in Ober- und Niederösterreich, in Wien, dem Burgenland und der nördlichen sowie östlichen Steiermark sehr gering.

Anders die Lage im Süden und Westen Österreichs: Besonders in Kärnten ist es außergewöhnlich trocken. Vielerorts hat es hier seit mehr als einem Monat keinen Tropfen Niederschlag gegeben - und daran wird sich über Silvester hinaus nichts ändern. Eine erhebliche Waldbrandgefahr herrscht derzeit in den Trockentälern Nordtirols sowie in nahezu ganz Kärnten und Osttirol. Ebenso erhöht ist die Brandgefahr in der Südweststeiermark und in Vorarlberg. Durch die ausgedörrte Altvegetation oberhalb der Nebelgrenze können sich potenzielle Lauffeuer in den schneefreien Gebieten rasch ausbreiten.

Zu Silvester und mit dem Jahreswechsel werden immer wieder Waldbrände durch Feuerwerkskörper ausgelöst. Besonders hoch ist die Gefahr massiver Feuer bei langen Trockenperioden in Verbindung mit Föhn, da unter solchen Bedingungen vermehrt Vollbrände bzw. Kronenfeuer auftreten können. Der Wind ist in den kommenden Tagen zwar nur schwach, dennoch sollte aufgrund der erheblichen Trockenheit in den genannten Gebieten auf Silvesterfeuerwerk verzichtet werden.

Waldbrandgefahr bleibt erhöht

Besonders südlich des Alpenhauptkamms sowie im Westen muss in mittleren Lagen weiterhin von einer erhöhten Waldbrandgefahr ausgegangen werden. Stellenweise ist seit bald vier Wochen kein Tropfen Niederschlag gefallen. Durch die vergangenen Föhnereignisse und überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden ist die Bodenvegetation oberhalb der Nebelgrenzen ausgetrocknet. Erste Kleinbrände wurden bereits registriert. Der größte Waldbrand entstand am 20. November in der Gemeinde Haiming, Tirol, konnte noch am gleichen Tag gelöscht werden, aber flackerte am 07. Dezember erneut auf. Der Humus- und Moosbrand erfasste eine Fläche von mehreren 100m².

> Bericht zum Waldbrand in Haiming, Tirol, auf der Seite der FF Haiming

Bis zumindest Ende kommender Woche sind keine nennenswerten Niederschläge in Sicht. Sollte sich die Großwetterlage beständig zeigen, ist über Weihnachten hinaus mit einer erhöhten, vielleicht sogar mäßigen Waldbrandgefahr zu rechnen. Weitere Kleinfeuer sind möglich, in Verbindung mit Wind können auch flächengrößere Brandereignisse auftreten.

Geringfügig erhöhte Brandgefahr

In vielen Teilen Österreichs hat es seit mehr als zwei Wochen keinen nennenswerten Niederschlag gegeben. Mancherorts - etwa im Südwesten und entlang des Alpenbogens - waren es sogar nur wenige Millimeter in den vergangenen vier Wochen. In den kommenden Tagen stellt sich eine ausgesprochen milde, windige und gleichzeitig trockene Wetterlage ein. Besonders in den Gebieten oberhalb der Nebel- und unterhalb der Schneegrenze, kann die Altvegetation genug Feuchtigkeit verlieren, sodass eine Brandentstehung möglich ist. EFFIS, das europäische Waldbrandgefahrenmodell, simuliert ab morgen eine geringfügig ansteigende Waldbrandgefahr. Vereinzelte Kleinbrände können nicht ausgeschlossen werden.

Ende Waldbrandsaison

In den vergangenen Tagen wurden wie erwartet einige Kleinbrände verzeichnet. Massive Feuer blieben glücklicherweise aus. Unter anderem wurde in Mödling (Niederösterreich) im Bereich der „Goldenen Stiege“ durch ein schlecht abgelöschtes Lagerfeuer ein Waldbrand im Schwarzkiefernbestand ausgelöst. Das Lauffeuer breitete sich auf 400m² aus, konnte aber rasch unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden.

> Bericht zum Waldbrand in Mödling, Niederösterreich, auf der Seite der FF Mödling

Mit den aktuellen Niederschlägen und dem Übergang zu einer sehr kühlen und feuchten Wetterlage, ist die Waldbrandgefahr in ganz Österreich gebannt. Voraussichtlich wird sie auch erst wieder im kommenden Frühjahr relevant werden; es sei denn, es stellt sich im Spätherbst eine über mehrere Wochen stabile Südföhnlage ein, was aus derzeitiger Sicht aber nicht wahrscheinlich ist.
 
Damit dürfte die Waldbrandsaion 2016 zu Ende sein - und wird mit derzeit 120 Waldbränden kaum halb so viele Brandereignisse aufweisen wie das Rekordjahr 2015. Dies unterstreicht die hohe Variabilität des österreichischen Waldbrandregimes und die Bedeutung längerer Trockenperioden, die 2016 praktisch ausgeblieben sind. Wie das Jahr 2017 ausfallen wird, lässt sich freilich noch nicht sagen.

Noch einmal mäßige Waldbrandgefahr

Im Osten Österreichs hat es seit mehr als drei Wochen keine ergiebigen Niederschläge gegeben. In Verbindung mit den aktuell außerordentlich hohen Temperaturen herrscht hier eine mäßige Waldbrandgefahr. Auch in anderen Gebieten Österreichs ist die Waldbrandgefahr erhöht, erste kleinflächige Feuer wurden bereits verzeichnet. Am meisten gefährdet sind südseitig ausgerichtete Nadelwälder. Großbrände bleiben zwar weiterhin unwahrscheinlich, in Verbindung mit Wind können sich aber potenzielle Lauffeuer in der trockenen, bodennahen Vegetation rasch ausbreiten.
 
Im Laufe des Sonntags stellt sich die Wetterlage endgültig um, die kommende Woche wird kühl und wechselhaft. Eine relevante Waldbrandgefahr ist dann nicht mehr zu erwarten.

Waldbrand Zirl | Feuergefahr überwiegend gering

Wie im vorherigen Beitrag berichtet, wurde am Abend des 10. Septembers oberhalb der Martinswand bei Zirl (Tirol) ein kleinflächiger Waldbrand durch Blitzschlag ausgelöst. Das „Brandaus“ am nächsten Tag war jedoch verfrüht. Vier Tage später, am 14.09, entzündeten sich durch den aufkommenden Wind versteckte Glutnester. Das Feuer breitete sich im steilen Gelände rasch aus, vermutlich war eine Fläche von über einem Hektar Kiefernwald betroffen. Erst zwei Tage später, am 16.09, konnten die letzten Glutnester abgelöscht werden. Drei Helikopter und mehr als 200 Einsatzkräfte waren an den Löscharbeiten beteiligt.

> Bericht zum Waldbrand bei Zirl, Tirol, auf der Seite des BFV Innsbruck-Land

Die Niederschläge und der Temperatursturz der vergangenen Tage haben die Waldbrandgefahr in Österreich auf ein geringes Niveau sinken lassen. Allein im äußersten Nordosten, vom Waldviertel bis ins Wiener Becken, gab es kaum Niederschläge. Hier ist die Feuergefahr noch etwas erhöht. In Summe sollten bis auf vereinzelte Kleinbrände aber keine Waldbrände auftreten.

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