Erneut tödliche Brände in Portugal

Erst im Juni diesen Jahres gab es in Portugal eine Reihe tödlicher Waldbrände, die über 60 Menschenleben forderten. Derzeit sind in Portugal sowie in Teilen Spaniens abermals massive Waldbrände aktiv. Medienberichten zufolge toben in den beiden Länder mehr als 250 Feuer. Mindestens 35 Menschen ließen in den Flammen bislang ihr Leben. Tausende Hektar Wald und zahlreiche Gebäude wurden vernichtet. Einziger Hoffnungsschimmer: Ab morgen wird in den betroffenen Gebieten Regen erwartet, auch mittelfristig dürfte immer wieder Niederschlag fallen. Die Brandsituation sollte sich damit entspannen.

> Bericht zu den Waldbränden in Portugal auf orf.at
 
Auch die verheerenden Waldbrände in Kalifornien sind noch nicht gelöscht. Einige Brandherde konnten zwar unter Kontrolle gebracht werden, viele wüten aber nach wie vor. Inzwischen ist die Zahl der Todesopfer auf über vierzig angestiegen, rund 200 Personen werden noch vermisst. In Summe haben die Wald- und Flurbrände eine Fläche von mehreren hundert Quadratkilometern und über 5000 Gebäude zerstört - eine der verheerendsten Waldbrandkatastrophen der letzten Jahrzehnte.

> Bericht zu den Waldbränden in Kalifornien auf cnn.com

Schwere Waldbrände in Kalifornien

Rimfire
Rimfire in Kalifornien, USA, August 2013 | © U.S. Department of Agriculture CC BY 2.0 / flickr

 
Während in Österreich die Waldbrandgefahr weiterhin sehr gering ist, toben seit Sonntagabend in Kalifornien massive Wald- und Flächenbrände. Mehr als zwanzig Menschen sind durch die Flammen bislang ums Leben gekommen. Nördlich von San Francisco wurden Hunderte Häuser zerstört, Zehntausende Hektar Wald- und Weinflächen fielen den Bränden zum Opfer. Die größte Gefahr besteht in den hohen Windgeschwindigkeiten, welche dazu führen, dass sich die Flammen ungewöhnlich rasch ausbreiten und auf ganze Ortsteile ausweiten können. Aufgrund der Siedlungsnähe und der Häufung an Fällen kann davon ausgegangen werden, dass die Brände nicht natürlichen Ursprungs sind, sondern direkt oder indirekt durch den Menschen ausgelöst wurden.

Auf den Satellitenbildern der NASA sind die Verteilung und die dramatischen Ausmaße der Waldbrände im Westen der USA gut zu erkennen. Die Rauch- und Aschewolken haben sich Hunderte Kilometer weit auf den Pazifik ausgebreitet:


 
Die Prognosen für die kommenden Tage sehen wenig erfreulich aus. Weiterhin bleibt es in Kalifornien zu trocken. In Verbindung mit dem starken Wind liegt verbreitet eine hohe oder sehr hohe Waldbrandgefahr vor. Eine weitere Ausbreitung der Feuer kann nicht ausgeschlossen werden.
 
Einen ausführlichen Bericht mit Foto- und Videomaterial zum Brandgeschehen in Kalifornien bietet CNN (in Englisch). Informationen auf Deutsch finden sich u. a. in der Online-Ausgabe der ZEIT.

Sommerrückblick 2017 | Waldbrandgefahr sehr gering

Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn hat sich die Großwetterlage in Mitteleuropa umgestellt. Neben einer deutlichen Abkühlung gab es im ganzen Land teils ergiebige Niederschläge und Schnee bis unter 2000m Seehöhe. Der Kaltlufteinbruch beendete eine Serie von mehreren Hitzewellen, die seit Mai für deutlich überdurchschnittliche Temperaturen und den drittwärmsten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn gesorgt haben.
 
Niederschläge gab es in erster Linie im Zuge von Schauern und Gewittern. Flächendeckender Regen blieb - besonders im Nordosten - lange Zeit aus. Besonders der Juni war in Österreich ausgesprochen warm - der zweitwärmste seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen - und stellenweise sehr trocken. Damit kumulierten sich in diesem Monat 56 Waldbrände, die höchste Anzahl seit mehr als zwanzig Jahren. Die meisten Feuer gab es in Kärnten und Niederösterreich mit jeweils 13 Bränden. Abgesehen von den Waldbränden traten im Juni auch zahlreiche Flur- und Feldbrände auf, die teilweise Ausmaße von mehreren Hektar erreichten.

Im Juli folgten 36 Waldbrände, im August nur noch 14 - konvektiver Regen sorgte für feuchtere Bedingungen. Zusammengenommen brachte der Sommer 2017 eine Anzahl von 107 Waldbränden. Das ist ein überdurchschnittlicher, wenn auch nicht extremer Wert, etwa verglichen mit 2003 oder 2013. Bemerkenswert ist hingegen, dass die Hälfte aller Waldbrände (54) von Blitzschlägen ausgelöst wurde. Die meisten Blitzschlagfeuer umfassten zwar nur einige Quadratmeter, allerdings lagen die Glimmbrände oft im unwegsamen Gelände und waren schwer zu löschen.

Von Juni bis August gab es die meisten Waldbrände in Kärnten (26), Niederösterreich (25) und der Steiermark (21). Überdurchschnittlich viele Brände (14) konnten auch in Oberösterreich festgestellt werden. Die beiden flächengrößten Waldbrände des Sommers ereigneten sich bei Gutenstein, Niederösterreich, am 24. Juni sowie in Haschendorf/Großmittel, ebenfalls Niederösterreich, am 08. August. Jeweils wurden etwa 2,5 Hektar Wald geschädigt. Trotz der teils massiven Trockenheit und ausgedehnten Hitzewellen traten vorwiegend Glimm- und Bodenfeuer, aber keine Vollbrände auf.
 
Die aktuelle kühle und unbeständige Wetterlage dürfte auch mittelfristig Bestand haben. Die Waldbrandgefahr ist damit überall sehr gering. Selbst einige Spätsommertage ändern daran kaum etwas, da die Nächte immer länger und zunehmend kühl und feucht werden. Sofern sich bis zum Spätherbst - siehe 2011 oder 2015 - keine stabile, höhenwarme Wetterlage einstellt, ist dieses Jahr mit keinem relevanten Waldbrandgeschehen mehr zu rechnen.

Stellenweise erhöhte Brandgefahr

In den meisten Regionen Österreichs ist die Waldbrandgefahr durch die wiederholten Niederschläge im August nur gering. Etwas erhöht ist das Feuerisiko im Osten und Südosten, in Teilen des Wald- und Weinviertels, im südlichen Niederösterreich, dem Burgenland und der Südoststeiermark. Hier herrscht nach wie vor ein Niederschlagsdefizit vor, vereinzelte Kleinbrände können auftreten.

Die Großwetterlage hat sich seit Ende Mai kaum verändert. Auf mehrere sehr warme oder heiße Tage folgt ein kurzzeitiger Einbruch kühl-feuchter Luftmassen. Große Regenmengen sind - mit Ausnahme lokaler Starkniederschläge - ebenso ausgeblieben wie längere Trockenperioden. Eine hohe Waldbrandgefahr ist damit weiter nicht zu erwarten. Ob sich, wie etwa 2011 oder 2015, im Herbst eine stabile Hochdrucklage einstellt, bleibt abzuwarten.

Waldbrandgefahr sinkt wieder

In den Alpen sowie generell im Süden und Westen hat es in den vergangenen Tagen immer wieder teils heftige Gewitter und ergiebige Niederschläge gegeben. Auch im restlichen Österreich gab es gestern einiges an Regen. Die Waldbrandgefahr ist damit überall gering. Abgesehen von vereinzelten, kleinflächigen Entstehungsbränden - etwa durch Blitzschlag - sind in absehbarer Zeit keine Waldbrände zu erwarten.

Rascher Anstieg der Waldbrandgefahr

Trotz der vergangenen kühlen und feuchten Woche, steigt die Waldbrandgefahr in Österreich markant an. Ursache hierfür ist die massive Hitzewelle, die in den kommenden Tagen vielerorts Temperaturen über 35°C bringen wird. Bei solch hohen Werten kann die Evapotranspiration (Verdunstungsrate) mehr als 5mm pro Tag und Quadratmeter ausmachen, die bodennahe Vegetation trocknet rasch aus. Selbst in den zuletzt feuchten Gebieten können zwei, drei Tage Hitze ausreichen, dass es trocken genug für die Entstehung eines Waldbrandes ist. Dazu benötigt es naturgemäß eine Zündquelle - in Österreich sind in 85% der Fälle Menschen direkt oder indirekt für Waldbrände verantwortlich. Der Rest entfällt auf Blitzschläge, die im Sommer fast die Hälfte aller Brände entzünden können. Ein Mythos ist hingegen die oft genannte Brandentstehung durch Flaschen oder Glasscherben, siehe HIER.
 
BRANDENTSTEHUNG VS. GROSSBRAND

Eine rasche Brandentstehung bedeutet aber noch keinen verheerenden Großbrand. Auch wenn in den kommenden Tagen in ganz Österreich Waldbrände entstehen können, ist die kumulierte Waldbrandgefahr (zusammengesetzt aus dem Potenzial der Brandenstehung, Brandintensität und Brandausbreitung) meist nur leicht erhöht oder mäßig. Für eine hohe Feuerintensität und rasche Ausbreitung benötigt es eine längere Trockenperiode und starken Wind.

Diese Kriterien werden in den nächsten Tagen am ehesten im Nordosten sowie ganz im Süden erfüllt. Vom Mühlviertel über den Südosten Oberösterreichs, weite Teile Niederösterreichs, dem Burgenland, bis hin zu den südlichen Regionen der Steiermark sowie Unterkärnten ist es nach wie vor zu trocken. Zum Wochenende hin muss man stellenweise mit einer hohen Waldbrandgefahr rechnen (HIER zur Bedeutung der Gefährdungsstufen). Besonders in Verbindung mit kräftigem Wind können sich potenzielle Feuer rasch ausbreiten. Rauchen im Wald und Feuer in Waldnähe sind daher zu vermeiden. Relevante Niederschläge dürften in den genannten Regionen nicht vor Sonntagabend fallen.
 
BRANDGEFÄHRLICHES SÜDEUROPA

Deutlich dramatischer ist die Waldbrandgefahr weiterhin im südlichen Europa, etwa in Portugal, Spanien, Italien oder Griechenland. Angesichts der Häufung verheerender Waldbrände hat das EFI (European Forest Institute) ein Informationsvideo herausgebracht, das die Schlüsselfaktoren für die Zunahme massiver Waldbrände anführt und nachhaltige Lösungsansätze für deren Vermeidung vorstellt. HIER geht es zum Video auf Youtube - oder direkt:
 

Geringe Waldbrandgefahr in Österreich

Bereits am Wochenende hat es mancherorts ergiebige Niederschläge gegeben. Auch heute folgen im ganzen Land vermehrt Regenschauer und Gewitter, die die Trockenheit größtenteils beenden. Stellenweise, etwa im Süden und Südosten, können auch erhebliche Regenmengen zusammenkommen. In den kommenden Tagen wird es deutlich kühler, zudem bleibt es unbeständig. Damit ist die Waldbrandgefahr überall gering. Vor Anfang August ist mit keinem relevanten Anstieg der Feuergefahr zu rechnen.

Massive Waldbrände in Kanada und Südeuropa

Derzeit toben auf mehreren Kontinenten massive Waldbrände. Besonders betroffen ist Kanada, wo seit dem 01. April 190.000 Hektar zerstört worden sind - eine Fläche so groß wie Osttirol. Auch in Südeuropa wurden in den vergangenen Tagen mehrere großflächige Waldbrände verzeichnet. So wüten in Frankreich, Portugal, Italien, Montenegro und Kroatien zahlreiche Brände, einige davon sind nach wie vor außer Kontrolle. Neben großen Waldgebieten sind auch Gebäude den Flammen zum Opfer gefallen. In vielen Fällen dürfte die Ursache der Brände auf Brandstiftung zurückzuführen sein. Mittelfristig bleibt die hohe Waldbrandgefahr in Südeuropa aufrecht und könnte sich in einigen Regionen weiter zuspitzen. Neue Großbrände sind zu befürchten.

> Bericht zu den weltweiten Waldbränden auf derstandard.at
 
In Österreich ist die Waldbrandgefahr durch den jüngsten Kaltlufteinbruch und die konvektiven Niederschläge überwiegend gering. Etwas erhöht ist sie in Unterkärnten, der Südoststeiermark, im Burgenland und in Teilen Ober- und Niederösterreichs. Die aktuelle Hitzewelle kann regional - am ehesten ganz im Süden und Osten - zu einer mäßigen Waldbrandgefahr führen. Allerdings bleibt das Hochsommerwetter unbeständig, schon morgen können verbreitet Regenschauer und Gewitter niedergehen. In dieser Tonart geht es in den nächsten Tagen weiter. Eine hohe Waldbrandgefahr und zerstörerische Waldbrände so wie in Südeuropa sind damit unwahrscheinlich.

Sinkende Brandgefahr

In den letzten Tagen sind in Österreich vermehrt Regenschauer und Gewitter niedergegangen, diesmal auch in vielen Teilen des Nordens und Ostens. Besonders die Flur- bzw. Feldbrandgefahr ist damit gesunken. Überwiegend trocken ist es nur im äußersten Nordosten geblieben. Heute und auch in den kommenden Tagen bleibt es unbeständig, dazu kühlt es sukzessive ab. Bis Ende der Woche sollte überall zumindest etwas Regen fallen und die Waldbrandgefahr deutlich zurückgehen. Vereinzelte Kleinbrände, etwa durch Blitzschlag, können zwar weiterhin auftreten, in Summe sind aber keine nennenswerten Brandereignisse zu erwarten.

Mäßige Waldbrandgefahr im Nordosten

Die gewittrigen Regenfälle der vergangenen Tage haben im Großteil Österreichs die Waldbrandgefahr weiter sinken lassen. Besonders inneralpin und im Westen ist sie gering. Leicht erhöht kann sie in Kärnten und der Südoststeiermark sein, speziell auf den trockeneren Südhängen. Aber selbst hier sind nur vereinzelt Kleinbrände zu erwarten.

Etwas anders sieht es im Nordosten aus, also in Wien, Niederösterreich, dem Nordburgenland, vereinzelt auch in Oberösterreich. Hier lassen ergiebige Niederschläge weiter auf sich warten. Die Waldbrandgefahr bleibt damit erhöht bis mäßig - bei stärkerem Wind vereinzelt sogar hoch -, was sich auch in den zuletzt aufgetretenen (zumeist kleinflächigen) Waldbränden gezeigt hat. Durch die Getreidereife steigt zudem das Risiko für ausgedehnte Flur- und Feldbrände. In den vergangenen Tagen traten einige Feuer mit über einem Hektar Brandfläche auf.

Aktuell kündigt sich die nächste Hitzewelle an. Beständig ist sie allerdings nicht. Besonders im Berg- und Hügelland sind immer wieder Regenschauer und Gewitter zu erwarten. Kaum Niederschlag könnte es einmal mehr im Flachland Ober- und Niederösterreichs geben. Eine Umstellung der Großwetterlage ist nicht vor Anfang kommender Woche zu erwarten. Die Wald- und Flurbrandgefahr im Norden und Osten bleibt damit bestehen.

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