Schwere Waldbrände in Portugal

Erneut steht Portugal durch ausgedehnte Waldbrände in den Schlagzeilen. Nach dem zeitgleichen Ausbruch mehrerer Feuer waren am Wochenende rund 1000 Feuerwehrleute und zahlreiche Löschflugzeuge im Dauereinsatz. Mehr als zwanzig Personen erlitten Verletzungen, einige Ortschaften mussten evakuiert werden. In den kommenden Tagen bleibt die Waldbrandgefahr in Teilen Portugals, Spaniens, aber auch in Zentralfrankreich hoch bis sehr hoch.

> Bericht zu den Waldbränden in Portugal auf spiegel.de
 
Das Europäische Waldbrand-Informationssystem (EFFIS) zeigt, dass dieses Jahr europaweit bereits fast 250.000 Hektar Landfläche von Wald- und Buschbränden betroffen waren - so viel, wie in einem durchschnittlichen Waldbrandjahr erst Anfang September der Fall. Zudem gab es 2019 bislang mehr als 1400 großflächige Waldbrände; in einem durchschnittlichen Jahr sind es nur 800.

Die aktuelle Hitzewelle, die besonders Westeuropa fest im Griff hat, lässt vorerst keine Entspannung der Waldbrandsituation erwarten. Weitere Großbrände sind zu befürchten.

Massive Torfbrände im Norden

Derzeit werden im Bereich des nördlichen Polarkreises zahlreiche Wald- und Torfbrände verzeichnet. Die Feuer in Sibirien, Nordamerika und Grönland erstrecken sich zum Teil über Hunderte Quadratkilometer.

Rund um die Arktis herrschen seit Wochen ungewöhnlich hohe Temperaturen in Verbindung mit teils erheblicher Trockenheit. Dadurch können Blitzschläge von Gewittern oder die Unachtsamkeit der menschlichen Bevölkerung Feuer auslösen - sogar Selbstentzündungen sind möglich. Häufig brennt dabei der Permafrostboden, respektive die mächtige Humus- und Torfschicht, die in subarktischen Gebieten kaum zersetzt wird und daher mehrere Dezimeter mächtig sein kann. Solche Schwel- oder Erdfeuer sind aus verschiedenen Gründen problematisch.

  • Tief reichende Glimmbrände sind schwer und nur unter hohem Aufwand zu löschen. Aufgrund der Abgeschiedenheit vieler Feuer in den Tundrengebieten ist die Brandbekämpfung überhaupt nicht möglich.
  • Torf enthält jede Menge Kohlenstoff (rund 60 % der Trockenmasse). Beim Verbrennen großflächiger Torfgebiete wird schlagartig sehr viel CO2 in die Atmosphäre freigesetzt und trägt damit zur Klimaerwärmung bei.
  • Es wird vermutet, dass die großen Feuer auf Permafrostböden durch Rückkopplungseffekte den Klimawandel weiter beschleunigen - etwa durch die Erwärmung tiefer liegender Erdschichten oder durch abgelagerte Asche auf Schnee- und Eisflächen, wodurch mehr Sonnenlicht absorbiert wird und sich die Abschmelzrate erhöht.

> Bericht zu den aktuellen Torfbränden auf orf.at
 
Klimamodellierungen zeigen, dass sich die Arktis und angrenzende Gebiete rund doppelt so stark erwärmen, wie andere Regionen der Erde. Es ist somit anzunehmen, dass die Zahl und Intensität an Bränden rund um den Polarkreis weiter zunehmen wird.

Geringe Waldbrandgefahr

Durch die derzeitige kühl-wechselhafte Witterung ist die Waldbrandgefahr in ganz Österreich zurückgegangen. In den kommenden Tagen bleibt es bei unterdurchschnittlichen Temperaturen, dazu gibt es wenig Sonne und zahlreiche Regenschauer und Gewitter. Es sollte überall zumindest ein paar Liter pro Quadratmeter regnen. Die Waldbrandgefahr ist überwiegend gering oder sogar sehr gering, vereinzelte Kleinbrände sind aber weiterhin möglich. Eine relevante Feuergefahr ist nicht vor Ende Juli zu erwarten.

Zahlreiche Kleinbrände | Brandgefahr bleibt erhöht

In den letzten vier Tagen sind in Österreich rund zwanzig Waldbrände aufgetreten, die meisten davon in Tirol und Oberösterreich. Eine Übersicht der aktuellen Waldbrandereignisse findet sich in der österreichischen Waldbrand-Datenbank.

Viele der Waldbrände wurden durch Blitzschläge ausgelöst und betrafen alpines Gelände - eine Herausforderung für die Feuerwehren, die oft auf Luftunterstützung zurückgreifen mussten, um die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Durch die generell schwachen Windverhältnisse und die gemäßigte Langzeit-Trockenheit blieben die meisten Brände trotz Hitzewelle klein.

Der größte Waldbrand erreignete sich am 02. Juli in der Gemeinde Sankt Stefan im Gailtal, Kärnten. Aus unbekannter Ursache geriet rund ein Hektar Schlagfläche und Fichtenhochwald in Brand. Ein Großaufgebot der Feuerwehren und rund 180 Feuerwehrleute konnten den Brand bis zum Abend unter Kontrolle bringen und löschen.

> Bericht zum Waldbrand bei St. Stefan im Gailtal auf fireworld.at
 
Die Niederschläge der vergangenen Tage sind nur punktuell ergiebig ausgefallen. Zwar hat es fast überall im Land ein paar Liter pro Quadratmeter geregnet, für eine nachhaltige Entspannung der Waldbrandgefahr ist dies allerdings zu wenig. In den nächsten Tagen wird es zunehmend trockener, auch die Temperaturen steigen wieder an - die Waldbrandgefahr bleibt erhöht. In Richtung Wochenende kann die Entzündungsgefahr im Osten und in alpinen Trockentälern sowie generell auf südexponierten Berghängen verbreitet wieder mäßiges Niveau erreichen.

Eine hohe Waldbrandgefahr und damit die Gefahr von Großbränden und Kronenfeuern ist aufgrund der ab nächster Woche erwarteten unbeständigen und kühlen Wetterlage unwahrscheinlich.

Brandgefahr meist gering

In den vergangenen Tagen hat es in Österreich verbreitet ergiebige Niederschläge in Form von Regenschauern und Gewittern gegeben. Damit ist auch die Waldbrandgefahr weiter gesunken, sie ist überwiegend sehr gering oder gering.
 
Aktuell steht die nächste Hitzewelle in den Startlöchern. Ein abermaliger Anstieg der Waldbrandgefahr ist zu erwarten. Bis zum Ende der Woche kann die Entzündungsgefahr ein mäßiges, vereinzelt auch hohes Niveau erreichen - speziell in Verbindung mit kräftigem Wind. Großbrände oder Kronenfeuer sind weiterhin unwahrscheinlich. Wie lang die Hitzewelle anhält und wie intensiv sie ausfällt, bleibt abzuwarten.

Weiterhin erhöhte Waldbrandgefahr

In den letzten beiden Tagen gab es in Österreich verbreitet Regenschauer und Gewitter. Ergiebig sind die Niederschläge aber nur punktuell ausgefallen.

Damit ist vorerst auch keine nachhaltige Abnahme der Waldbrandgefahr zu erwarten. Zwar gibt es heute und in den nächsten Tagen kaum relevanten Wind (der eine Brandausbreitung begünstigen würde), durch die vergangene Hitzewelle und die regionale Trockenheit ist die Entzündungsgefahr von Waldbränden verbreitet erhöht bis mäßig. Die größte Gefahr durch unkontrollierte Brände gibt es momentan im westlichen Inntal, in Teilen Salzburgs und der Obersteiermark. Groß- oder Vollbrände sollten allerdings nicht auftreten.

In den kommenden Tagen geht es sehr warm bis heiß weiter, beständig ist die Wetterlage aber nicht. Besonders in den südlichen Landesteilen sind immer wieder Regenschauer und Gewitter zu erwarten. Ende der Woche könnte es dann im gesamten Bundesgebiet ergiebige, konvektive Niederschläge geben, diese Entwicklung ist aber noch unsicher.

Hitzewelle: Waldbrandgefahr steigt

Pünktlich zum meteorologischen Sommerbeginn Anfang Juni hat sich die Großwetterlage umgestellt. In Österreich gibt es seit mehr als einer Woche überdurchschnittlich hohe Temperaturen und dazu viel Sonnenschein. In den kommenden Tagen verstärkt sich die Südströmung - die erste Hitzewelle des Jahres steht an.

Bereits vor zwei Tagen entfachte ein markanter Waldbrand im südlichen Kärnten. In der Gemeinde Zell-Freibach geriet eine Kahlschlagfläche auf einem südseitigen Steilhang in Brand. Durch den kräftigen Wind breiteten sich die Flammen bis in den Fichten-Hochwald aus. Bis zu 150 Feuerwehrleute von 18 Feuerwehren und vier Helikopter bekämpften den Brand, der mit Stand heute, 15:00 Uhr noch immer nicht endgültig gelöscht werden konnte. In Summe wurden rund vier Hektar Waldboden von dem Feuer geschädigt.

> Bericht zum Waldbrand bei Zell-Freibach auf der Seite des BfKdo Klagenfurt Land
 
Derzeit herrscht in Teilen Kärntens, Tirols und der Steiermark eine mäßige Waldbrandgefahr. Durch den teils kräftigen Südföhn in den kommenden Tagen, kann die Waldbrandgefahr regional ein hohes Niveau erreichen. Speziell gefährdet sind südseitige, föhnbegünstigte Hänge mit offenem Nadelwaldbestand.

Anders als bei Frühjahrsbränden, braucht es im Sommer ein bis zwei Wochen Trockenheit und Hitze für eine hohe Waldbrandgefahr. Im Frühjahr kann abgestorbenes Gras und Laub auf Südhängen schon nach zwei, drei warmen und sonnigen Tagen Feuer fangen. Im Sommer sorgen Hitze und Wassermangel dafür, dass die lebende Vegetation unter Trockenstress gerät. Gemeinsam mit Föhnwinden steigt dadurch die Gefahr von Kronenfeuern. Ebenso treten nun vermehrt Brände durch Blitzschlag auf. Obwohl 85% aller Waldbrände in Österreich direkt oder indirekt durch den Menschen ausgelöst werden, sind in den Sommermonaten Blitzschläge für bis zu 40% der Waldbrände verantwortlich.

Die aktuelle Hitzewelle dauert bis voraussichtlich Ende kommender Woche an, bevor es unbeständiger und kühler werden dürfte. Eine längere Trockenperiode - und damit die Gefahr einer sehr hohen Waldbrandgefahr - ist aus heutiger Sicht unwahrscheinlich.

Frühjahrsrückblick 2019

Das Frühjahr 2019 in Österreich war zweigeteilt: Auf die überdurchschnittlich warmen und stellenweise sehr trockenen Monate März und April folgte ein überaus kühler, sonnenarmer und feuchter Mai.

Dies spiegelt sich auch in der Waldbrandstatistik wider. Die meisten Waldbrände wurden im April verzeichnet (32), gefolgt von März (22). Im Mai gab es hingegen nur drei unkontrollierte Feuer, bei denen Wald (mit) betroffen war. Zum Vergleich: Selbst im Februar dieses Jahres gab es mit sieben dokumentierten Ereignissen mehr Waldbrände.

  

Trotz der teils erheblichen Trockenheit im Norden Österreichs, traten im März und April keine Großbrände auf. Mögliche Gründe hierfür sind der verbreitet feuchte Winter sowie die fehlenden kräftigen Föhnereignisse, die im Frühjahr oft dazu beitragen, dass sich Feuer rasch auf der ausgetrockneten Gras- und Streuschicht des Vorjahres ausbreiten. Daneben muss die hohe Effizienz der österreichischen Feuerwehren berücksichtigt werden, die viele Brände noch in der Entstehungsphase unter Kontrolle bringen können.

Von Anfang Januar bis Ende Mai ereigneten sich die meisten Waldbrände in der Steiermark (17), gefolgt von Niederösterreich (16) und Kärnten (14). Bereits am 27. Februar gab es bei Ferlach in Kärnten einen Waldbrand, der rund 1,5 Hektar Fläche erfasste. Der größte Frühjahrsbrand ereignete sich am 24. April bei Hainfeld in Niederösterreich, als möglicherweise durch Unachtsamkeit ein Feuer auf einer Schlagfläche mit Strauch-Unterwuchs ausbrach. Angetrieben durch kräftigen Wind breiteten sich die Flammen ebenfalls auf rund 1,5 Hektar aus und erfassten dabei auch einen Mischwald und einen Kiefernbestand. Vollbrände bzw. Kronenfeuer traten dieses Jahr bislang nicht auf, bei den meisten Bränden handelte es sich um Bodenfeuer geringer Intensität.

Im Mai sorgten mehrere Kaltlufteinbrüche und eine überwiegend feuchte Witterung dafür, dass keine relevanten Waldbrände auftraten. In Summe kann das vergangene Frühjahr sowohl hinsichtlich der Anzahl an Waldbränden als auch bezogen auf die Gesamtbrandfläche als unterdurchschnittlich bezeichnet werden.

Rückschlüsse auf den Sommer lassen sich damit aber nicht ziehen. So gab es etwa 2013 ein außergewöhnlich brandschwaches Frühjahr. Durch extreme Hitze und Trockenheit folgte von Ende Juli bis Mitte August die intensivste Brandperiode der vergangenen 25 Jahre in Österreich.

EU: Luftflotte zur Bekämpfung von Waldbränden

Nach den verheerenden Waldbränden der letzten Jahre in Europa, etwa in Portugal und Griechenland, hat die Europäische Kommission eine neue Flotte aus Luftfahrzeugen für die länderübergreifende Bekämpfung von Waldbränden vorgestellt.

Im Rahmen des rescEU-Systems zur Bewältigung von Naturkatastrophen stehen ab sofort sieben Löschflugzeuge und sechs Löschhubschrauber aus fünf Ländern (Kroatien, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden) für die Waldbrandbekämpfung bereit. Daneben wird die Zusammenarbeit im europäischen Kontext verstärkt. So sind länderübergreifende Übungen und regelmäßige Videokonferenzen zum Austausch von Informationen zur Waldbrandgefahr vorgesehen.
 
HIER kann die Presseaussendung der Europäischen Kommission nachgelesen werden.

Geringe Waldbrandgefahr

In den vergangenen Tagen hat es in ganz Österreich ergiebige Niederschläge gegeben, womit die Waldbrandgefahr überall sehr gering ist. Zumindest in den kommenden ein, zwei Wochen bleibt es unterdurchschnittlich warm und wechselhaft. Eine nennenswerte Waldbrandgefahr ist nicht vor der ersten Hitzewelle des Jahres zu erwarten - die selten vor Mitte Juni auftritt.

Damit dürfte die Frühjahrsbrandsaison (wie bereits 2018) im Vergleich zum langjährigen Schnitt unterdurchschnittlich ausfallen. Ein detaillierter Rückblick auf das Frühjahr 2019 erfolgt Anfang Juni.

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