Geringe Waldbrandgefahr

Durch den Regen der vergangenen Tage in Verbindung mit meist schwachem Wind und unterdurchschnittlichen Sonnenstunden ist die Waldbrandgefahr in Österreich überwiegend gering oder sogar sehr gering.

Nur vereinzelt kann bis zum Ende der Woche eine mäßige Waldbrandgefahr erreicht werden. Zwar sind in den nächsten Tagen spätersommerliche Temperaturen mit teils über 30 Grad zu erwarten, eine längere trocken-stabile Wetterlage ist derzeit aber nicht in Sicht. Entstehungsbrände und kleinere Feuer können weiterhin auftreten, besonders in den zuletzt trockenen Regionen: der Obersteiermark, Teilen Oberösterreichs und dem westlichen sowie nördlichen Niederösterreich. Groß- oder Vollbrände bleiben aber unwahrscheinlich.

Aufgrund der unbeständigen Witterung, der rasch abnehmenden Sonneneinstrahlung und der zunehmend feucht-kühlen Nächte dürfte die Sommerbrandsaison in Österreich demnächst zu Ende gehen. Eine hohe Waldbrandgefahr ist nur noch im Fall einer mehrwöchigen Hochdrucklage im Spätherbst zu erwarten (wie im Jahr 2011 und 2015 der Fall). Ein Rückblick auf den Sommer 2019 folgt Anfang September.

Waldbrände Brasilien

Der nächste Waldbrand-Hotspot findet sich zurzeit im Bereich des Äquators: Im südlichen Amazonasgebiet von Brasilien brennen Tausende Feuer, im Vergleich zum Vorjahr hat sich ihre Anzahl um mehr als 80 % erhöht. Die meisten der Waldbrände sind vermutlich auf Brandstiftung zurückzuführen, etwa durch Bauern, die damit neues Land für ihre Felder gewinnen wollen.

> Bericht zu den Waldbränden in Brasilien auf nzz.ch
 
Das Problem dabei ist nicht nur, dass weite Flächen des größten Regenwalds der Erde, der „Grünen Lunge“ des Planeten, den Flammen zum Opfer fallen. Daneben stellen Rauch und emittierter Feinstaub ein Problem dar und können zu Atembeschwerden und Erkrankungen führen. Durch die Brände werden Tausende Tonnen CO2 freigesetzt - der Regenwald droht von einem CO2-Speicher zu einer CO2-Quelle zu werden.

Zuletzt führt die Zerstörung des Waldes zu unberechenbaren großräumigen Folgewirkungen: Der Amazonas ist durch Verdunstungseffekte der wichtigste Treiber für den Regen in der Region. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der abnehmenden Waldbedeckung im Amazonasgebiet die Niederschläge zurückgehen und vermehrt Dürren auftreten. Dies wiederum erhöht das Potenzial für verheerende Brände; ein Teufelskreis, der massive und weitreichende Folgen haben kann.

Großbrand Gran Canaria

Während die Waldbrandgefahr in Österreich weiterhin überwiegend gering ist, sieht es in Südeuropa anders aus. Speziell rund um das Mittelmeer herrscht hohe Feuergefahr.

Besonders prekär ist die Situation derzeit auf den Kanarischen Inseln. Nach wochenlanger Trockenheit in Verbindung mit Hitze und starkem Wind ist bereits vor zehn Tagen auf Gran Canaria ein großflächiger Waldbrand ausgebrochen. Aktuell wütet ein noch massiveres Feuer, das inzwischen eine Fläche von rund 6.000 Hektar erfasst hat. Durch die meterhohen Flammen, die hohe Hitzeentwicklung und Funkenflug, der zu gefährlichen Sekundärbränden führen kann, ist ein Bekämpfen des Brandes nur schwer möglich.

> Bericht zum Waldbrand auf Gran Canaria, Spanien, auf orf.at

Kanarische Kiefern treiben nach einem Kronenfeuer neu aus | © 2015 Mortimer M. Müller

 
In einigen Medienberichten finden sich Aussagen, die eine „Vernichtung des Waldbestandes“ vermuten lassen. Das stimmt so jedoch nicht. Tatsächlich ist die Hauptbaumart der Kanaren, die Kanarische Kiefer, gut an das Leben mit Waldbränden angepasst - ein Resultat der wiederkehrenden vulkanisch ausgelösten Feuer in den letzten Jahrmillionen. Im Gegensatz zu mitteleuropäischen Kiefernarten treibt sie nach Vollbränden bzw. Kronenfeuern neu aus; und erinnert dabei etwas an eine Klobürste.

Auch wenn Waldbrände auf manche Tier- und Pflanzenarten verheerende Auswirkungen haben können, folgt auch nach intensiven Feuern meist eine rasche Regeneration der Natur. Nicht selten zeigt sich einige Jahre nach dem Ereignis sogar eine höhere Biodiversität als vor dem Brand.

Den gravierendsten Einfluss haben Waldbrände auf die menschliche Bevölkerung: Sei es durch die Vernichtung von Gebäuden, Infrastruktur oder die Gefährdung von Leib und Leben.

Waldbrände Sibirien & Südeuropa

Seit Wochen sorgen die verheerenden Waldbrände im östlichen Russland für Schlagzeilen. Inzwischen ist eine Fläche von mehr als vier Millionen Hektar (etwa die Größe der Schweiz) in Flammen aufgegangen. Neben dem Verlust großer Waldflächen sorgt die intensive Rauchentwicklung für Probleme. Obwohl inzwischen das Militär eingegriffen hat und Tausende Soldaten im Einsatz stehen, ist eine Ende der Waldbrände nicht in Sicht - nur ergiebiger Regen könnte Entspannung bringen. Die Waldbrände sorgen für die Freisetzung enormer Mengen an CO2. Überdies erwärmt sich durch die Brände der Permafrostboden; was wiederum die Freisetzung von Methan begünstigt, das ein noch stärkeres Treibhausgas ist, als Kohlendioxid.

> Bericht zu den Waldbränden in Sibirien auf zeit.de
 
Aber nicht nur in Russland brennt es. Auch in Südeuropa sind zahlreiche Feuer aktiv. So lodert seit zwei Tagen ein Waldbrand auf Gran Canaria. Rund 1000 Hektar sind in Brand geraten, mehrere Orte mussten evakuiert werden. Ebenso gibt es derzeit in Griechenland durch eine Hitzewelle mit Temperaturen um 40 Grad brandgefährliche Bedingungen. Allein am Wochenende ereigneten sich 50 Wald- und Buschbrände. Durch trockene Winde und den Fortbestand der heißen Witterung ist auch in Südeuropa keine nachhaltige Entspannung der Waldbrandsituation zu erwarten.

> Bericht zu den Waldbränden auf Gran Canaria auf orf.at

> Bericht zu den Waldbränden in Griechenland auf nzz.ch

Brandgefahr wieder gering

Die letzten Tage haben im gesamten Bundesgebiet Niederschläge gebracht, vielerorts sind auch ergiebige Mengen gefallen. Damit ist die Waldbrandgefahr zurückgegangen, sie ist überwiegend gering. In den kommenden Tagen wird es zwar wärmer, es bleibt aber unbeständig. Zum Wochenende hin dürfte es erneut abkühlen.

Entstehungs- und Kleinbrände, etwa durch Blitzschläge, sind aufgrund der Jahreszeit weiterhin möglich. Eine nennenswerte Waldbrandgefahr sollte bis zur nächsten Hitzewelle nicht auftreten - und eine solche ist derzeit nicht in Sicht.

Überwiegend mäßige Waldbrandgefahr

Durch die aktuelle Hitzewelle in Österreich steigt auch die Waldbrandgefahr deutlich an. Sie ist vielerorts erhöht bis mäßig, wobei das Entzündungspotenzial im Norden und Osten des Landes sogar hoch, das Ausbreitungspotenzial jedoch generell gering ist. Damit sind weiterhin vor allem Kleinbrände wahrscheinlich, aber auch ausgedehntere Feuer können auftreten - speziell im Bereich von Feldern und Fluren in Ober- und Niederösterreich sowie im Burgenland.

In den vergangenen Tagen gab es zahlreiche Entstehungsbrände durch Blitzschläge. Auch wenn einige der Schwelbrände im steilen, unwegsamen Gelände auftraten, konnten die meisten der Feuer durch den effektiven Einsatz der Feuerwehren rasch gelöscht werden.

Groß- oder Vollbrände sind nach wie vor unwahrscheinlich. Dies liegt etwa daran, dass der Wind schwach ist und auch die Langzeit-Trockenheit noch kein kritisches Niveau erreicht hat. Beispielsweise war es im Jahr 2003 deutlich trockener. Auch 2013 war die Lage dramatischer: Nach dem trockensten Juli der Messgeschichte kumulierten sich zwischen Ende Juli und Mitte August rund 100 Waldbrände, darunter mehrere Großbrände.

Ab Samstag sind aus heutiger Sicht in ganz Österreich ergiebige Niederschläge zu erwarten. Auch wenn es voraussichtlich warm bleibt, sollte die Waldbrandgefahr zurückgehen.

Schwere Waldbrände in Portugal

Erneut steht Portugal durch ausgedehnte Waldbrände in den Schlagzeilen. Nach dem zeitgleichen Ausbruch mehrerer Feuer waren am Wochenende rund 1000 Feuerwehrleute und zahlreiche Löschflugzeuge im Dauereinsatz. Mehr als zwanzig Personen erlitten Verletzungen, einige Ortschaften mussten evakuiert werden. In den kommenden Tagen bleibt die Waldbrandgefahr in Teilen Portugals, Spaniens, aber auch in Zentralfrankreich hoch bis sehr hoch.

> Bericht zu den Waldbränden in Portugal auf spiegel.de
 
Das Europäische Waldbrand-Informationssystem (EFFIS) zeigt, dass dieses Jahr europaweit bereits fast 250.000 Hektar Landfläche von Wald- und Buschbränden betroffen waren - so viel, wie in einem durchschnittlichen Waldbrandjahr erst Anfang September der Fall. Zudem gab es 2019 bislang mehr als 1400 großflächige Waldbrände; in einem durchschnittlichen Jahr sind es nur 800.

Die aktuelle Hitzewelle, die besonders Westeuropa fest im Griff hat, lässt vorerst keine Entspannung der Waldbrandsituation erwarten. Weitere Großbrände sind zu befürchten.

Massive Torfbrände im Norden

Derzeit werden im Bereich des nördlichen Polarkreises zahlreiche Wald- und Torfbrände verzeichnet. Die Feuer in Sibirien, Nordamerika und Grönland erstrecken sich zum Teil über Hunderte Quadratkilometer.

Rund um die Arktis herrschen seit Wochen ungewöhnlich hohe Temperaturen in Verbindung mit teils erheblicher Trockenheit. Dadurch können Blitzschläge von Gewittern oder die Unachtsamkeit der menschlichen Bevölkerung Feuer auslösen - sogar Selbstentzündungen sind möglich. Häufig brennt dabei der Permafrostboden, respektive die mächtige Humus- und Torfschicht, die in subarktischen Gebieten kaum zersetzt wird und daher mehrere Dezimeter mächtig sein kann. Solche Schwel- oder Erdfeuer sind aus verschiedenen Gründen problematisch.

  • Tief reichende Glimmbrände sind schwer und nur unter hohem Aufwand zu löschen. Aufgrund der Abgeschiedenheit vieler Feuer in den Tundrengebieten ist die Brandbekämpfung überhaupt nicht möglich.
  • Torf enthält jede Menge Kohlenstoff (rund 60 % der Trockenmasse). Beim Verbrennen großflächiger Torfgebiete wird schlagartig sehr viel CO2 in die Atmosphäre freigesetzt und trägt damit zur Klimaerwärmung bei.
  • Es wird vermutet, dass die großen Feuer auf Permafrostböden durch Rückkopplungseffekte den Klimawandel weiter beschleunigen - etwa durch die Erwärmung tiefer liegender Erdschichten oder durch abgelagerte Asche auf Schnee- und Eisflächen, wodurch mehr Sonnenlicht absorbiert wird und sich die Abschmelzrate erhöht.

> Bericht zu den aktuellen Torfbränden auf orf.at
 
Klimamodellierungen zeigen, dass sich die Arktis und angrenzende Gebiete rund doppelt so stark erwärmen, wie andere Regionen der Erde. Es ist somit anzunehmen, dass die Zahl und Intensität an Bränden rund um den Polarkreis weiter zunehmen wird.

Geringe Waldbrandgefahr

Durch die derzeitige kühl-wechselhafte Witterung ist die Waldbrandgefahr in ganz Österreich zurückgegangen. In den kommenden Tagen bleibt es bei unterdurchschnittlichen Temperaturen, dazu gibt es wenig Sonne und zahlreiche Regenschauer und Gewitter. Es sollte überall zumindest ein paar Liter pro Quadratmeter regnen. Die Waldbrandgefahr ist überwiegend gering oder sogar sehr gering, vereinzelte Kleinbrände sind aber weiterhin möglich. Eine relevante Feuergefahr ist nicht vor Ende Juli zu erwarten.

Zahlreiche Kleinbrände | Brandgefahr bleibt erhöht

In den letzten vier Tagen sind in Österreich rund zwanzig Waldbrände aufgetreten, die meisten davon in Tirol und Oberösterreich. Eine Übersicht der aktuellen Waldbrandereignisse findet sich in der österreichischen Waldbrand-Datenbank.

Viele der Waldbrände wurden durch Blitzschläge ausgelöst und betrafen alpines Gelände - eine Herausforderung für die Feuerwehren, die oft auf Luftunterstützung zurückgreifen mussten, um die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Durch die generell schwachen Windverhältnisse und die gemäßigte Langzeit-Trockenheit blieben die meisten Brände trotz Hitzewelle klein.

Der größte Waldbrand erreignete sich am 02. Juli in der Gemeinde Sankt Stefan im Gailtal, Kärnten. Aus unbekannter Ursache geriet rund ein Hektar Schlagfläche und Fichtenhochwald in Brand. Ein Großaufgebot der Feuerwehren und rund 180 Feuerwehrleute konnten den Brand bis zum Abend unter Kontrolle bringen und löschen.

> Bericht zum Waldbrand bei St. Stefan im Gailtal auf fireworld.at
 
Die Niederschläge der vergangenen Tage sind nur punktuell ergiebig ausgefallen. Zwar hat es fast überall im Land ein paar Liter pro Quadratmeter geregnet, für eine nachhaltige Entspannung der Waldbrandgefahr ist dies allerdings zu wenig. In den nächsten Tagen wird es zunehmend trockener, auch die Temperaturen steigen wieder an - die Waldbrandgefahr bleibt erhöht. In Richtung Wochenende kann die Entzündungsgefahr im Osten und in alpinen Trockentälern sowie generell auf südexponierten Berghängen verbreitet wieder mäßiges Niveau erreichen.

Eine hohe Waldbrandgefahr und damit die Gefahr von Großbränden und Kronenfeuern ist aufgrund der ab nächster Woche erwarteten unbeständigen und kühlen Wetterlage unwahrscheinlich.

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