Studie zur Wahrnehmung der Waldbrandsituation in den Alpen
Waldbrände in den europäischen Alpen haben eine Reihe negativer Auswirkungen. Sie zerstören Erholungsgebiete, verringern die Schutzfunktion von Bergwäldern, erhöhen die Anfälligkeit gegenüber Naturgefahren, reduzieren die Produktivität durch verstärkte Bodenerosion, führen zu einer Gefährdung von Mensch und Infrastruktur und verursachen hohe Kosten bei der Brandbekämpfung und der Wiederherstellung natürlicher Ökosystemleistungen.
Durch klimatische Faktoren – wie die Zunahme von Trockenperioden und Hitzewellen – sowie soziale Komponenten, etwa ein geändertes Freizeitverhalten der Gesellschaft, wird die Intensität von Waldbränden in naher Zukunft höchstwahrscheinlich zunehmen.
Im Rahmen der Aktionsgruppe 8 der makroregionalen Strategie für den Alpenraum (EUSALP) wurde daher im Auftrag des BMLUK eine Studie zum Stand des Wissens und den zukünftigen Herausforderungen durch Waldbrände im Alpenraum durchgeführt. Dabei wurden die Erfahrungen und die Wahrnehmung von VertreterInnen aus Wissenschaft, Verwaltung und Einsatzorganisationen aller Alpenländer im Rahmen einer Umfrage gesammelt. Die wissenschaftliche Publikation zu den Ergebnissen der Umfrage ist nun veröffentlicht worden. Die Analyse zeigt, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich ihrer Einschätzung zur Anzahl der aufgetretenen Brände, der verbrannten Flächen und der zukünftigen Trends gibt.

Vergleich der Wahrnehmung unterschiedlicher Stakeholder Gruppen
Die VertreterInnen aus Wissenschaft, Verwaltung und Einsatzorganisationen nannten Niederschlag, Temperatur und Wind als die wichtigsten natürlichen Einflussfaktoren des Brandregimes, während Freizeitaktivitäten, die Landflucht und das Bewusstsein der Eigentümer als die wichtigsten sozioökonomischen Einflussfaktoren identifiziert wurden. Die Ergebnisse helfen unser Verständnis und unsere Wahrnehmung über die komplexen Zusammenhänge, die das künftige Brandregime in den europäischen Alpen prägen, besser zu verstehen und können Entscheidungsträgern eine wichtige Grundlage zur Entwicklung wirksamer integrierter Brandschutzstrategien bieten.
Nähere Infos zu den Ergebnissen und zur Publikation finden sich hier:
