Extrembrand St. Egyden / NÖ
Heute ereignete sich ein außergewöhnlicher Großbrand im südlichen Niederösterreich, der ein bisher in Österreich noch nicht beobachtetes, extremes Feuerverhalten aufwies.
Der vermutlich durch Phosphormunition aus dem Zweiten Weltkrieg ausgelöste Brand im Föhrenwald südlich von Saubersdorf (Niederösterreich) verwandelte sich innerhalb von Minuten in ein aktives Kronenfeuer. Durch die außergewöhnliche Trockenheit in Verbindung mit extrem trockener Luft (15% relative Luftfeuchtigkeit) bildete sich eine hochreichende Konvektionssäule mit Pyrocumuluswolke aus, die erste Anzeichen eines beginnenden Feuersturms erkennen ließ; womit gemeint ist, dass der Brand sein eigenes Windfeld generiert.
Zudem kam es zu massivem Funkenflug und zahlreichen Sekundärbränden (Flugfeuer), vor allem nach etwa 2h, als der zuvor schwache Wind stärker wurde. Solche Extrembrände sind mit technischen Mitteln nicht kontrollierbar – demnach konnte die Feuerfront auch erst am nördlichen Waldrand gestoppt werden. Insgesamt waren rund 100 Hektar von den Flammen betroffen, davon 88 Hektar Waldboden. Die Nachlöscharbeiten dauerten mehrere Tage an.
Ergänzung von Ende August:
Nur zehn Tage später, am 14. August 2026, ereignete sich im gleichen Gebiet ein weiterer Extrembrand mit verbreitetem Kronenfeuer. Auch hier dürfte Weltkriegsmunition den Brand ausgelöst haben. Das Brandverhalten war nicht ganz so extrem wie zehn Tage davor, allerdings liefen die Flammen auf eine Siedlung zu, weshalb rund 250 Menschen evakuiert werden mussten – vermutlich die größte Waldbrand-Evakuierungsaktion in Österreich. Daneben kam es zu außergewöhnlichen Distanzen von Flugfeuern (Sekundärbränden) – möglicherweise über mehrere Kilometer, was die größte jemals in Österreich verzeichnete Spotting-Distanz bedeuten würde.


