Nachbetrachtung Waldbrand Lesachtal
Mehr als einen Monat nach dem großflächigen Waldbrand im Kärtner Lesachtal liegen ausführliche Informationen und Daten zum Brandgeschehen vor. Eine kurze Zusammenfassung.
Ausgebrochen ist der Waldbrand am 23. April 2026 gegen 21:00 auf dem Südhang einer ehemaligen Windwurffläche oberhalb des Ortsteils Promeggen in der Gemeinde Lesachtal. Brandauslöser war vermutlich die achtlos weggeworfene Zigarette eines Waldarbeiters.
Durch die sehr geringe relative Luftfeuchtigkeit um 15 %, zeitweise mäßigen Wind und das unwegsame Gelände konnte das Feuer von den Einsatzkräften in den ersten 36h nicht unter Kontrolle gebracht werden. Es breitete sich am Hang entlang in alle Richtungen weiter aus. Dazu kamen mehrere Sekundärbrände durch Funkenflug (Flugfeuer, engl. „Spotfire“) in einer Entfernung von bis zu 500 Meter; vermutlich die größte Spotfire-Distanz der letzten Jahrzehnte in Österreich.
Mehrere Holzhütten wurden von den Flammen zerstört, glücklicherweise konnten sämtliche angrenzenden Wohnhäuser geschützt werden. Erst nach mehr als drei Wochen wurde endgültig „Brandaus“ gegeben – mit tatkräftiger Unterstützung der Natur im Sinne von ergiebigen Regenfällen. Insgesamt standen wechselweise 2000 Feuerwehrleute im Einsatz, unterstützt wurden sie von bis zu sieben Helikoptern, der Bergrettung und dem Bundesheer. Mehr dazu HIER.
Die ingesamt betroffene, neigungskorrigierte Brandfläche beträgt etwa 121 Hektar, davon rund 109 Hektar Waldboden – damit erreichte der Waldbrand ähnliche Ausmaße wie das Feuer 2021 bei Hirschwang an der Rax. Der größte Waldbrand der letzten hundert Jahre in Österreich bleibt weiterhin das Feuer am Truppenübungsplatz Allentsteig im März 2022.
