Brandintensives Frühjahr
Das abgelaufene Frühjahr war eines der brandintensivsten der letzten dreißig Jahre. Besonders die beiden außerordentlichen Waldbrände im April haben zu einer großen Gesamtbrandfläche geführt.
Das Frühjahr 2026 (März, April, Mai) war das trockenste der Messgeschichte. Mit heutigem Stand wurden 142 Waldbrände registriert. Das ist der höchste Wert seit 2020 (damals 172 Waldbrände) und gehört unter Betrachtung der letzten 30 Jahren zu den fünf Frühjahren mit den meisten Waldbränden.
Verglichen mit anderen Jahren war es allerdings nicht außerordentlich warm. Dies hat vermutlich gemeinsam mit den steten Waldbrand-Warnungen von Behörden- und Feuerwehrseite dazu geführt, dass die Zahl an Waldbranden nicht noch höher ausgefallen ist.
Auch hinsichtlich der insgesamt betroffenen Waldfläche sticht das Frühjahr 2026 heraus: Beinahe 200 Hektar Waldboden waren von unkontrollierten Feuern betroffen, das ist nach dem Jahr 2022 (500 Hektar) der zweithöchste Wert in den letzten 30 Jahren. Zwei außerordentliche Großbrände Ende April waren für einen Großteil der Brandfläche verantwortlich: Im Lesachtal, Kärnten, gerieten 109ha Waldboden in Brand, in Eisbach-Rein, Steiermark, waren es 67ha.
Bei der räumlichen Verteilung zeigte sich ein deutlicher Schwerpunkt in der Steiermark – fast 50 Waldbrände wurden hier verzeichnet. Dahinter folgen Kärnten (24), Niederösterreich (23) und Oberösterreich (14), am wenigsten Waldbrände gab es in Salzburg (3), obwohl es sich auch dort um ein sehr trockenes Frühjahr gehandelt hat.
Der ergiebige Regen der letzten Tage hat die Waldbrandgefahr in ganz Österreich auf ein sehr geringes Niveau sinken lassen. Im Süden und Südosten des Landes wurde sogar das seit Jahresbeginn bestehende Niederschlagsdefizit ausgeglichen. Mittelfristig geht es wechselhaft und mäßig warm weiter, kommende Woche könnte sich eine Hochdrucklage samt Hitzewelle einstellen. Aufgrund der aktuellen Feuchtigkeit ist jedoch bis in den Juli hinein keine hohe Waldbrandgefahr zu erwarten.


