Modellierung des Brandverhaltens in Mitteleuropa
Waldbrände stellen in Mitteleuropa eine zunehmende Bedrohung dar und bringen Herausforderungen für Schutzwälder und Gebiete an der Schnittstelle zwischen Natur und Siedlungsgebiet (WUI) mit sich. Die letzten Brandereignisse haben das auch in Österreich stark unter Beweis gestellt, die enge Verzahnung zwischen Waldflächen und Siedlungen stellte eine große Herausforderung für die Einsatzbrände beim letzten Brand im Schwarzkieferwald bei St. Egyden in Niederösterreich dar.
Das Verständnis, die Charakterisierung und die Vorhersage des Brandverhaltens gewinnen daher für das Brandmanagement zunehmend an Bedeutung. Das Institut für Waldbau analysiert schon seit längerer Zeit die Möglichkeiten, die Vorhersagen für die Brandentwicklung mittels Modellen zu verbessern. Katrin Kuhnen, die an der HADRIAN-Doktoralschool der BOKU mitwirkt, hat dazu kürzlich auch zwei Studien veröffentlicht, in denen sie verschiedene Brandausbreitungsmodelle (Farsite, Simtable, Prometheus, PhyFire) unter unterschiedlichen Umweltbedingungen verglichen hat, um das Ausbreitungsverhalten vergangener Brandereignisse zu rekonstruieren.

Die Simulation der Ausbreitung von Waldbränden mit dem PhyFire-Model ist online unter den folgenden Links verfügbar:
👉 Website: https://lnkd.in/debqzTSh
👉 PDF Version: https://lnkd.in/dcXzsRaN

Die vergleichende Analyse von Ausbreitungsmodellen für Waldbrände unter unterschiedlichen Umweltbedingungen in Mitteleuropa ist online unter den folgenden Links verfügbar:
👉 Website: https://lnkd.in/dvvbrzhU
👉 PDF Version: https://lnkd.in/dQ-xS8Qb
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass
+ die hohe Anzahl an verfügbaren Modellen das breite weltweite Interesse und die Notwendigkeit widerspiegelt, das Brandverhalten vorherzusagen, um ein sicheres und effektives Brandmanagement zu unterstützen
+ die zur Auswahl der Modelle verwendeten Bewertungskriterien in der Studie können bei Anwendungen in anderen Regionen dabei helfen, ein für den jeweiligen Kontext geeignetes Modell zu identifizieren
+ einige Modelle zeigen in ihrer Herkunftsregion im operativen Einsatz sehr gute Leistungen, schneiden jedoch bei der Übertragung auf andere Kontexte in Mitteleuropa nur unterdurchschnittlich ab, weil sie nicht spezifisch genug parametrisiert sind
+ hochauflösende Eingabedaten und eine gute Dokumentation des Brandereignisse entscheidend für die Rekonstruktion des Brandverhaltens in realen Brandfällen sind
+ die Entwicklung eines speziell auf mitteleuropäische und alpine Bedingungen zugeschnittenen Modells zur Brandausbreitung könnte daher ein wichtiger Beitrag sein, um die Einsatzkräfte bei ihren Arbeiten zu unterstützen
